Verkehrsteilnehmer 50+

Was Sehtest, Hörtest & Co. bringen

Mit einigen unkomplizierten Checks können Ärzte schnell überprüfen, wie fahrtüchtig ihr Patient ist. Viele Probleme, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, lassen sich in den Griff bekommen, etwa der Graue Star oder ein erhöhter Blutzuckerspiegel. Im Zweifel überweist der Hausarzt an einen Spezialisten. Angst, den Führerschein bei einer Untersuchung zu verlieren, muss der Betroffene nicht haben. Der Arzt unterliegt der Schweigepflicht. Oberstes Ziel ist es, sicher unterwegs zu sein, im Interesse der anderen Verkehrsteilnehmer, aber auch im eigenen Interesse.

Unsere Angebote

„Mobil bleiben, aber sicher!“

Die Situation älterer Menschen rückt immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Mit dem Eintritt der „Baby Boomer“-Generation ins Rentenalter muss sich Deutschland auf eine ganz neue demografische Herausforderung einstellen. Die neuen Senioren sind selbstbewusst, zielstrebig und wollen auch im Alter aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Mobilität ist für sie daher selbstverständlich, auch wenn körperliche Defizite oder ein verlangsamtes Reaktionsvermögen die Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigen.

Hier setzt das Angebot der Verkehrswachten an: Bei Veranstaltungen des Projekts „Mobil bleiben, aber sicher!“ können Senioren ihre Sehkraft und Reaktionsfähigkeit testen. So sollen sie durch eigenes Erleben für die körperlichen Veränderungen sensibilisiert werden. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter der Verkehrswachten beratend aktiv, wenn es beispielsweise darum geht, wie man nach der Winterpause die gewohnte Sicherheit auf dem Fahrrad wiedergewinnt oder wie man souverän den öffentlichen Personennahverkehr nutzt.

Die Verkehrswachten in NRW richten sich auch an Fußgänger und Kraftfahrer im Seniorenalter. Bei dem Programm „Sicher mobil“ stehen die sichere und gelassene Teilnahme am Straßenverkehr sowie die Erhaltung der eigenen Mobilität im Mittelpunkt. In Seminaren werden Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, die dabei helfen, möglichst lange und sicher mobil zu bleiben. Die Broschüre zum Programm, die viele praktische Tipps enthält, kann hier herunter geladen werden:

„Fit mit dem Fahrrad“

Mit „Fit mit dem Fahrrad“ bieten die NRW-Verkehrswachten ein Programm an, das sich an Menschen über 50 Jahre wendet, die bereits seit vielen Jahren mit dem Rad unterwegs sind und nun noch einmal ihre Kenntnisse auffrischen wollen. Ebenfalls richtet es sich an Menschen, die nach langer Pause wieder auf zwei Rädern unterwegs sein möchten. Aber auch Radfahrende, die Gefallen an Pedelecs, den elektrisch verstärkten Rädern, gefunden haben, einen Umstieg erwägen oder bereits vollzogen haben, gehören zu den Teilnehmenden.

Ziel des Programms ist es, die Grundlagen und Anforderungen des Radfahrens zu trainieren sowie die Beweglichkeit und Koordination zu verbessern.

Die Teilnahme ist kostenfrei, ein eigenes Zweirad sowie ein Fahrradhelm sind mitzunehmen.

Pkw-Sicherheitstraining für ältere Menschen

Aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung ist Autofahren für viele ältere Verkehrsteilnehmer Routine geworden. Aber wie gut reagieren sie bei einem unerwarteten Ausweichmanöver auf nasser Straße? Während eines Fahrsicherheitstrainings bei der Verkehrswacht können Autofahrer das Verhalten in Gefahrensituationen üben und ihre Fähigkeiten auf die Probe stellen.

Bremsen, Gas geben, gegenlenken? Um in Gefahrensituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist es wichtig, auch auf bekannten Strecken stets vorausschauend zu fahren. Gerade für Senioren, die jahrelange Erfahrung im Straßenverkehr haben, ist Autofahren zu einer Routineangelegenheit geworden. Bei einem Fahrsicherheitstraining wird für den seltenen, aber umso gefährlicheren Ernstfall geübt: Die Teilnehmer lernen, richtig mit unerwarteten Situationen umzugehen. „Beim Fahrsicherheitstraining können ältere Fahrer überprüfen, wie sicher sie mit dem Auto unterwegs sind – und wo es noch Verbesserungspotenzial gib

Der DVR hat dazu ein Training entwickelt, das speziell auf die Bedürfnisse erfahrener Autofahrer abgestimmt ist und auch im VSZ Bielefeld umgesetzt wird.

Die Aufgaben und Übungen unterscheiden sich von denen eines klassischen Pkw-Fahrsicherheitstrainings. Sie sind speziell für dieses Programm aus der wissenschaftlichen Literatur abgeleitet, neu entwickelt und erprobt worden.

Teilnehmer trainieren konkret Fahrfähigkeiten und Übungsinhalte, die auf die Zielgruppe angepasst wurden. Hier kann jeder aktiv etwas für sich tun, um sicherer mobil zu bleiben.

Fahrpraktische Schwerpunkte sind:

  • Abbiegen und Spurhalten (Lenk- und Kreuzungsparcours)
  • Bremsen
  • Parken und Rangieren

Unsere speziell geschulten Trainer geben hilfreiche Hinweise und vermitteln praktisches und theoretisches Wissen.

Ein Fahrsicherheitstraining ist übrigens keine Prüfung: Fehler während des Trainings führen in keinem Fall zum Führerscheinentzug. Vielmehr geht es darum, die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten zu überprüfen und hinzuzulernen. Der Tag beim Fahrsicherheitstraining zeigt, wie man auch in schwierigen Situationen die Kontrolle über sein Auto behält – und macht dabei richtig Spaß.

Kursdauer 4,5 Stunden; 75 EUR max. 10 Teilnehmer auch als komplette Gruppe buchbar

Fahrtüchtigkeit überprüfen

Sind Ihnen bei einem älteren Verwandten Unsicherheiten im Straßenverkehr aufgefallen? In einem gemeinsamen Gespräch können Angehörige viele Möglichkeiten aufzeigen, um die Fahrtüchtigkeit zu überprüfen – und die Mobilität im Alter zu verbessern.

Verschlechtertes Sehvermögen, längere Reaktionszeiten: Im Alter können sich Beeinträchtigungen des Gesundheitszustands einstellen, die auch Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit haben. Dies geschieht meist schleichend. Oft fällt das Beifahrern früher auf als dem Betroffenen selbst. Sie sind daher besonders gefragt, die Betroffenen darauf aufmerksam zu machen. Mobilität im Alter ist für viele jedoch ein sensibles Thema. Wer sich Sorgen um einen Verwandten oder Freund macht und plant, diesen darauf anzusprechen, sollte sich vorher genau informieren.

Sie wollen einen älteren Verwandten für Sicherheit am Steuer sensibilisieren? Hier die wichtigsten Tipps für ein klärendes Gespräch:

1. Genauen Blick auf die Fahrpraxis werfen: Um die Fahrtüchtigkeit älterer Autofahrer zu beurteilen, achten Sie auf Fahrfehler, zum Beispiel unangemessene Geschwindigkeit oder Fehler beim Abbiegen.
2. Gute Vorbereitung ist das A und O: Warum machen Sie sich Sorgen? Was ist Ihnen aufgefallen? Welches Ziel wollen Sie mit dem Gespräch erreichen? (z. B. Gesundheitscheck beim Arzt)
3. Die richtige Gelegenheit finden: Wählen Sie einen guten Zeitpunkt, achten Sie auf eine entspannte Situation. Als Anlass für das Gespräch könnte ein Zeitungsartikel oder ein Autounfall im Bekanntenkreis dienen.
4. Das Thema Fahrtüchtigkeit vorsichtig ansprechen: Sensibilität ist gefragt, aber auch Sachlichkeit. Machen Sie deutlich, dass es Ihnen nicht darum geht, jemandem den Führerschein wegzunehmen. Zeigen Sie Risiken auf, aber auch Möglichkeiten, um die Fahrsicherheit zu erhöhen.
5. Lösungen anbieten: Machen Sie konkrete Vorschläge: Ein Arztbesuch kann Klarheit bringen, ein Fahrsicherheitstraining schafft Sicherheit. Auch Fahrschulen bieten Beratungsfahrten an.
6. Keinen Erfolg gehabt? Wer bei seinen Angehörigen auf Unverständnis stößt, sollte nicht gleich aufgeben. Sie können sich auch Verbündete suchen, zum Beispiel den Hausarzt Ihres Angehörigen. Umfragen haben gezeigt: Zwei Drittel aller Senioren würden auf den Ratschlag ihres Arztes hören, wenn es um das Thema Fahrtüchtigkeit geht.

Online-Selbsttest 

Bei einem Online-Test des DVR können Interessierte in wenigen Minuten einige Fähigkeiten testen, die für das Autofahren besonders wichtig sind – ganz in Ruhe, anonym und unverbindlich. Hier geht es zum Test: Online-Selbstest.